RPO Recruiting: wann sich Recruitment Process Outsourcing lohnt und wann ein Freelance Recruiter reicht
Beim Recruitment Process Outsourcing, kurz RPO, übernimmt ein Dienstleister das Recruiting eines Unternehmens ganz oder in Teilen, meist für längere Zeit. Das Modell kommt aus großen Unternehmen mit vielen Einstellungen im Jahr. Im Mittelstand ist der Anlass oft kleiner und befristet. Hier steht, welche Formen von RPO es gibt, worauf Sie bei einem Angebot achten und wann ein Recruiter auf Zeit reicht.
Was RPO ist
Bei RPO kauft ein Unternehmen keine einzelne Suche, sondern einen Ablauf. Der Dienstleister übernimmt Schritte, die sonst die eigene Personalabteilung erledigt: Anzeigen schalten, Bewerbungen sichten, Kandidaten ansprechen, Gespräche abstimmen, Absagen schreiben. Meist tritt er dabei unter dem Namen des Unternehmens auf: Die Bewerber sehen den Arbeitgeber, nicht den Dienstleister.
Darin liegt der Unterschied zu einer Suche, die nach Erfolg bezahlt wird. Dort zählt die einzelne Einstellung. Beim RPO zählt, dass das Recruiting als Ganzes läuft, für viele Stellen und über einen vereinbarten Zeitraum.
Welche Formen es gibt
- Vollständiges RPO: Der Dienstleister verantwortet den gesamten Ablauf, vom Bedarf des Fachbereichs bis zur Zusage des Kandidaten, oft mit eigener Technik und Kennzahlen für jede Stelle.
- RPO für Teilschritte: Ausgelagert wird nur ein Abschnitt, etwa die Direktansprache, die Vorauswahl oder die Terminabstimmung. Den Rest behält das Unternehmen.
- Projekt-RPO: Das Recruiting wird für einen Anlass mit festem Ende übergeben, zum Beispiel einen neuen Standort oder eine Einstellungswelle.
Abgerechnet wird je nach Anbieter unterschiedlich: mit einer monatlichen Pauschale, mit einem Betrag je Einstellung oder mit einer Mischung aus beidem. Lassen Sie sich vorher zeigen, wie sich der Preis zusammensetzt und was passiert, wenn weniger eingestellt wird als geplant.
Wann RPO passt
RPO lohnt sich, wenn der Bedarf groß und dauerhaft ist: viele gleichartige Stellen, jedes Jahr wieder, an mehreren Standorten. Dann rechnet sich ein Dienstleister, der Abläufe, Technik und Kennzahlen einmal aufbaut und über Jahre betreibt. Der Preis dafür ist eine Bindung über die Laufzeit des Vertrags. Je nach Vertrag liegen Abläufe und Bewerberdaten zudem beim Dienstleister.
Wann ein Freelance Recruiter reicht
Viele Unternehmen im Mittelstand haben keinen dauerhaften Bedarf, sondern einen Anlass: Ein neuer Standort braucht in wenigen Monaten 25 Leute. Eine Stelle im Controlling ist seit Monaten ausgeschrieben, ohne dass sich jemand Passendes meldet. Ein Bewerbermanagement ist gekauft, aber niemand richtet es ein. Oder die eigene Recruiterin fällt für längere Zeit aus, während Verfahren laufen.
Für solche Anlässe ist ein Freelance Recruiter auf Zeit oft die kleinere und passendere Lösung. Er übernimmt ein Projekt mit vereinbartem Ziel, zum Beispiel die Besetzungsverfahren für eine festgelegte Zahl von Stellen bis zu einem Termin. Am Ende steht eine Übergabe: Stand je Stelle, Vorlagen, Kandidatenpool.
| Merkmal | RPO | Freelance Recruiter |
|---|---|---|
| Anlass | dauerhaft hoher Einstellungsbedarf | befristeter Anlass mit festem Ende |
| Umfang | ganzer Ablauf oder feste Teilschritte | ein Projekt mit vereinbartem Ziel |
| Abrechnung | Pauschale, Betrag je Einstellung oder beides | bei uns nach Aufwand, ohne Provision je Besetzung |
| Am Ende | Verlängerung oder Rückübergabe nach Vertrag | Übergabe von Stand, Vorlagen und Pool |
Woran Sie ein Angebot prüfen
- Was genau wird übernommen, und was bleibt bei Ihnen?
- Wie wird abgerechnet, und was kostet es, wenn weniger eingestellt wird als geplant?
- Wie lange läuft der Vertrag, und wie kommen Sie heraus?
- In welchem System liegen die Bewerberdaten, und was geschieht mit ihnen am Ende?
- Was wird zum Schluss übergeben, damit Ihr Team danach selbst weiterarbeiten kann?
Was ein Freelance Recruiter bei Get Your Talent kostet
Ein Freelance Recruiter kostet bei uns 800 bis 1.100 € je Tag, netto zuzüglich Umsatzsteuer (Erfahrungswerte von Get Your Talent, Stand 2026). Abgerechnet wird nach Aufwand, unabhängig davon, wie viele Stellen besetzt werden. Wie diese Sätze im Vergleich zu anderen Rollen liegen, steht im Artikel über den Tagessatz für Interim Manager.
Schildern Sie uns Anlass, Zahl der Stellen und Zeitraum. Dann nennen wir Ihnen den Satz für Ihren Fall und stellen vorausgewählte Profile vor. Bedarf schildern
Stand: 2. November 2026